Die Keywordrecherche

Dem Digitalreport 2020 nach, sind inzwischen 60 % der Weltbevölkerung mit dem Internet verbunden. Das sind 20 % mehr als 2017 und es wird spannend sein zu erfahren, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen wird. In jedem Fall war es noch nie so einfach, seine Zielgruppe zu erreichen. Das Internet ist inzwischen das wichtigste Marketinginstrument. Um seine Zielgruppe zu erreichen, muss man aber wissen, wie man diese erreicht. Als Basis jeder Marketingtechnik gilt daher die Keywordrecherche.

Was ist die Keywordrecherche?

Bei der Keywordrecherche handelt es sich um eine Technik, um die passenden Schlagworte (Keywords) zu finden. Oder anders gesagt: Durch die Keywordrecherche finden wir heraus, wonach der User unserer Zielgruppe eigentlich sucht. Niemand ist so ehrlich, wie beim Benutzen einer Suchmaschine. Hier werden die intimsten Wünsche, Hoffnungen und Ideen eingegeben und sich die Lösung auf Probleme erhofft. Doch nur, wenn wir mittels Keywordrecherche wissen, WAS eigentlich das Problem unseres Users ist, können wir ihm zielgerichtet eine Lösung bieten. Das kann, je nach Webseite, ein passendes Schuhmodell, ein Ratgeber oder eine Lokalität sein.

Wie geht man bei der Keywordrecherche vor?

Als Erstes schaut man, mit welchen Keywords man denn überhaupt schon rankt. Gibt es dabei interessante Rankings, die man verbessern kann oder auf die man sich fokussieren möchte?

Passende Tools dazu sind u.a. Sistrix, XOVI oder, ganz simpel, die Google Search Console.

Die Ansicht in der Google Search Console

Anschließend kann man, auch über einige dieser Tools, schauen, was die Konkurrenz macht. Worauf optimiert die Konkurrenz? Wofür rankt sie bereits? Wie sind die Webseiten aufgebaut? Gibt es erkennbare Themencluster? Was kann man besser machen? Es ist nie verkehrt, von seiner Konkurrenz zu lernen.

Auch Google bietet einige interessante Tools und Möglichkeiten, um spannende Keywords zu finden. Google Trends bietet etwa die Möglichkeit, Keywords miteinander zu vergleichen oder um die Saisonalität von Keywords sichtbar zu machen. Nutzt man die Google-Suche, kann man mittels Autovervollständigung die beliebtesten Suchanfragen zu bestimmten Begriffen einsehen. So können wir auch unsere Keywordsets erweitern und bestimmte Themencluster vertiefen.

Vergleichsmöglichkeiten zwischen Keywords und Ausmachen von Trends & Saisonalität: Google Trends
Googles Autovervollständigung für häufig eingegebene Suchanfragen

Ein wichtiger Punkt, um eine gute Keywordrecherche zu machen, ist die Welt aus Sicht des Kunden zu sehen. Das gute alte Brainstorming kann dabei helfen, sich alle Möglichkeiten zu überlegen, wonach der Kunde suchen könnte. Hilfreiche Tools, um die eigene Mindmap zu erweitern, sind Answer the Public oder die Erweiterung um Begriffe wie „Test“ oder „Erfahrungsberichte“. Dadurch lernt man sehr gut, worauf es dem User ankommt. Sieht man sich zum Beispiel einige Erfahrungsberichte zu Kletterschuhen an, kann man erkennen, dass den meisten Personen die Passform, der Halt und die Langlebigkeit wichtig sind. Gerade auf diese Probleme kann man dann auf seiner Webseite eingehen. Auch die Kundenfragen auf bekannten Verkaufsportalen bieten eine tolle Möglichkeit, in den Kopf der Kunden einzusteigen.

Answer the Public

Was ist ein gutes Keyword?

Das kann man pauschal nicht sagen. Generell gilt: Je spezifischer ein Keyword ist, umso spezifischer kann man die Lösung dazu präsentieren. Keywords mit hohem Suchvolumen werden viel gesucht, allerdings gibt es hier auch viel Konkurrenz. Einzelkeywords (Single Keywords oder Short Head Keywords), etwa „Bratpfanne“ oder „Schuhe“, lassen keine Nutzerintention erkennen. Was will der User? Will er eine Bratpfanne kaufen oder entsorgen? Will er Schuhe reinigen oder Damenschuhe in Größe 41 kaufen? Deshalb ist es wichtig, dass man in der Keywordrecherche die Keywords findet, die eine bestimmte Nutzerintention – passend zur eigenen Webseite – erkennen lassen.

Ein Dachdeckerbetrieb in Aschau am Inn hat nichts davon, wenn seine Webseite über „Dachdecker“ gefunden wird, obwohl dieses Keyword viel gesucht wird. Sinnvollerweise wählt man hier Keywords wie „Dachdecker Aschau am Inn“, „Dachdecker Mühldorf“, „Dach eindecken lassen Mühldorf“ o.ä., um genau den User oder Kunden zu finden, der zu einem passt.

Ein Onlineshop für Kletterschuhe muss nicht auf „Schuhe“ optimieren. Dabei verliert er, zum Beispiel bei Einbuchung in Google Ads, viel Geld, weil die falschen User auf seine Anzeigen klicken. Auch bei anderen Marketingmaßnahmen ist der Streuverlust hoch. Besser, der Onlineshop optimiert auf Keywords wie „Kletterschuhe Damen“, „Schuhe zum Bouldern“, „Schuhe zum Klettern für Herren“ oder auch „Kletterschuhe für Kinder unter 50 Euro“.

Wie klassifiziert man Keywords?

Nachdem man nun eine Liste mit – vermutlich – sehr, sehr vielen Keywords hat, kann man diese Keywords klassifizieren. Zum einen schaut man, wonach überhaupt gesucht wird. Keywords, die KEIN Suchvolumen haben, müssen auch nicht optimiert werden (können aber der Vollständigkeit halber mit aufgenommen werden). Zum anderen beginnt man, Keywords zu clustern, d.h. zu Themenbereichen zusammen zu fassen. Man schaut, welcher Oberbegriff passend ist und fasst darunter die Keywords zusammen. So kann man auch die Struktur der Webseite bereits festlegen. Ein sehr gutes Video zum Thema SEO Keyword Mapping hat Seokratie veröffentlicht. Sind die Keywords klassifiziert, kann man sich dann auch noch einmal anschauen, welche Zielgruppen in welchen Kanälen unterwegs sind und wo welche Marketingmaßnahmen Sinn machen. Nicht jedes Keyword ist sinnvoll, um auf einer Webseite zu erscheinen, manche können in YouTube mehr Sinn machen oder in Anzeigen.

Was macht man dann mit seinen Keywords?

Marketing! Ja, wirklich! Wenn man endlich weiß, wonach die potentiellen User und Kunden suchen, beginnt man, dieses Wissen zu nutzen und optimale Inhalte zur Verfügung zu stellen. Das kann verschieden sein: Videos, Blogbeiträge, Ratgeber, Informationsseiten, Social-Media-Inhalte, Werbeanzeigen. Die Keywordrecherche hilft in allen Bereichen des Online-Marketings und sollte deshalb die Basis jeder Marketingmaßnahme sein. Ein Haus wird auf ein stabiles Fundament gebaut, damit es viele Jahre lang sicher und stabil steht. Genauso ist es mit den Keywords für das Online Marketing. Es ist wichtig, Zeit in die Basis zu investieren, damit die darauf aufbauenden Maßnahmen ein Erfolg werden.

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Clubhouse – Das nächste große Ding?
Ein neues Kapitel beginnt oder einfach gesagt: Ich bin dann mal hier
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