Clubhouse – Das nächste große Ding?

Hype um neues, audiobasiertes Social Network immer größer

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist ein neues Netzwerk, das ganz ohne Posts, Nachrichten oder Kommentare auskommt und rein auf Sprache basiert. Man trifft sich also zu bestimmten Themen in sogenannten „Rooms“ und kommuniziert ausschließlich über das Mikrofon des Smartphones miteinander. Wer etwas sagen möchte, hebt einfach die Hand und kann dann vom Host „aufs Podium“ geholt werden. Einfach nur zuhören ist natürlich auch möglich.

Wie kommt man ins Clubhouse?

Um Mitglied dieses Netzwerks zu werden, braucht man eine Einladung und muss ein iPhone besitzen, da die App aktuell nur für iOS erhältlich ist. Entsprechend schwer ist es, reinzukommen und entsprechend exklusiv ist die Mitgliedschaft derzeit (noch). Die Entwickler verfolgen klare Ziele: Einerseits soll Clubhouse etwas Besonderes sein, fast schon ein elitärer Kreis (ähnlich wie die Clubhouses von Eliteuniversitäten), andererseits soll die Community langsam und behutsam wachsen.

Mitglieder können zwei Einladungen aussprechen, also zwei Freunde, Kollegen oder Bekannte ins Netzwerk holen. Hier ein Tipp für alle, die niemanden kennen, der sie einladen könnte: Einfach die App kostenlos downloaden, Nutzernamen reservieren und warten. Sobald jemand aus dem eigenen Telefonbuch auf der Warteliste steht, wird einem das als Mitglied angezeigt und man kann diese Person freischalten, ohne dafür eine der beiden Einladungen zu verbrauchen.

So sieht die Anmeldung bei Clubhouse aus. Zurzeit gibt es die App nur im App Store von Apple für iOS - und nur mit Einladung.

Wer ist im Clubhouse?

Aktuell sind gefühlt um die 90% der Nutzer aus der Marketing- und Medienbranche, aber auch aus der Politik und der Wirtschaft. Ob das nach einer eventuellen Öffnung für die breite Masse so bleiben wird, lässt sich aktuell schwer prognostizieren. Aber eines steht fest: Clubhouse ist nichts für Jedermann. Hier wird über Fachthemen diskutiert und gerade weil hier alles auditiv von Statten geht, ist ein gewisses Sprachniveau erforderlich, das man eher dem akademischen Milieu zuschreiben würde.

Was ist so toll am Clubhouse?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Podcasts das aufstrebende Medium unserer Zeit sind. Und dieser Tatsache trägt Clubhouse Rechnung. Das Verweilen auf dieser Plattform fühlt sich an wie Podcasts hören – nur eben live und mit der Möglichkeit, diesen in Echtzeit aktiv mitzugestalten. Auch ist die „Mitmachschwelle“ für Hetzer und Trolle hier sehr hoch – durch die benötigte Einladung und die strikte Klarnamenpflicht. Auch überlegt man es sich zweimal, ob man seine Meinung via Mikrofon live vor einer größeren Zuhörerschaft kundtun möchte. Und wer sich trotzdem nicht an Regeln halten will oder seinen Anstand vergessen hat, wird vermutlich schnell stumm geschaltet oder vom Rest im Raum mit Argumenten „bezwungen“.

Es bleibt fraglich, ob Clubhouse das nächste große Ding wird. Ich glaube nicht. Aber die Grundidee hat jede Menge Potential und könnte so oder so ähnlich in bereits bestehende Netzwerke integriert werden und würde so die Art und Weise, wie wir diese nutzen, grundlegend verändern. Dienste wie Teams, Zoom oder Discord sind durch die Pandemie in unserer Mitte angekommen. Wieso dieses Prinzip von direktem Austausch also nicht auch in den Sozialen Netzwerken nutzen? Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wo die Reise hingeht und es fühlt sich gerade sehr sehr gut an, hier frischen Wind zu spüren.

Fast so begehrt wie Bilder aus dem Berghain - so sieht die Clubhouse-App aus, wenn man endlich "drin ist".

Was ist nicht so toll am Clubhouse?

Leidiges Thema, ich weiß – aber der Datenschutz könnte der Plattform ein Bein stellen. Einerseits ist fraglich, ob eine Klarnamenpflicht mit der DSGVO vereinbar ist und andererseits ist das Teilen der eigenen Kontakte Grundvoraussetzung für eine Teilnahme am Netzwerk. Aus Sicht der Datenschützer ganz bestimmt auch nicht gerade prickelnd. Hinzu kommt, dass die Gespräche in den einzelnen Räumen aufgezeichnet werden. Auch darüber wird im Clubhouse bereits kontrovers diskutiert. Es bleibt also abzuwarten, ob sich Clubhouse durchsetzen kann. Eine coole Idee zu haben, ist eine Sache. Diese aber gegen alle Regularien und Widerstände zu etablieren eine ganz andere. Ich würde es der Plattform wünschen. Der hier gewählte Ansatz ist cool und ich sympathisiere mit allen Netzwerken, auf denen sich noch „normale“ Menschen mit „normalen“ Ansichten tummeln, die sich über „normale“ Themen austauschen.

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